Im letzten Beitrag der Citavi-Reihe habe ich erklärt, wie man mit Citavi Literatur erfassen und verwalten kann. Ich kenne einige Doktoranden, die Citavi ausschließlich dafür verwenden. Was ich aber wirklich besonders an Citavi finde, ist die Möglichkeit, auch Wissenselemente anzulegen und zu organisieren. Citavi übernimmt damit fast vollständig die Funktionen eines Notizbuchs oder eines Dokuments zur Wissenssammlung.

Zitate aufnehmen

Unter dem Reiter “Zitate, Kommentare” kann man bei jedem Titel Zitate hinzufügen. Es gibt verschiedene Typen von Zitaten, von denen ich persönlich vor allem zwei nutze: wörtliche Zitate und Zusammenfassungen. In dem Fenster zum Zitat kann man den Typ festlegen, eine Kernaussage und den eigentlichen Text eingeben und die Seiten oder Randnummern eintragen, auf denen man den Text gefunden hat. Zudem lässt sich das Zitat einer oder mehreren Kategorien oder Gruppen zuordnen.

Ich persönlich habe zu allen relevanten Titeln wörtliche Zitate aufgenommen. Dafür habe ich ganze Absätze oder zum Teil auch Seiten abgetippt. Das hat den großen Vorteil, dass ich jederzeit den Originalwortlaut vor Augen habe, ohne dass ich das Buch vor mir liegen haben muss. Auf diese Weise kann ich ganz einfach nachprüfen, was nun exakt in der Fundstelle stand und sie so einfacher zitieren und mehrfach verwenden.

Natürlich ist abtippen recht mühsam. Es gibt auch noch eine einfachere Möglichkeit, Zitate zu erfassen, wenn man seine Quellen als durchsuchbares PDF (oder Word-Dokument) einpflegt. Dann kann man den entsprechenden Text einfach markieren und Citavi übernimmt bei Klicken auf den entsprechenden Punkt oben den Text automatisch in ein neues Zitat. Der Text lässt sich dort noch bearbeiten und um entsprechende Angaben zu Seiten oder Kategorien ergänzen. Seitenzahlen erkennt Citavi aber auch zum Teil automatisch. Über Seitengrenzen hinweg kann man Text markieren, indem man die Tasten STRG und + beim Markieren gedrückt hält. Ebenso lassen sich mehrere, nicht zusammenhängende Textteile als ein Element erfassen. Bei Bedarf muss man dann lediglich Auslassungszeichen ergänzen.

Neben der Zeitersparnis hat diese Funktion auch den Vorteil, dass das Zitat bzw. Wissenselement mit der konkreten Stelle im PDF-Dokument verknüpft wird. Man kann also per Klick auf das Verlinkungssymbol zum PDF springen und den Text in seinem Kontext betrachten. Das funktioniert nicht nur, wenn man das Zitat im jeweiligen Titel betrachtet, sondern auch von der Wissensorganisation oder dem CItavi-Word-Add-In aus. Wissenselemente können aber auch nachträglich mit bestimmten Stellen im PDF verknüpft werden, auch wenn dieses nicht als Text erfasst wurde.

Andere Wissenselemente erstellen

Neben Zitaten aus den Titeln selbst kann man auch eigene Gedanken als Wissenselemente anlegen. Zum einen gibt es unter dem Reiter “Zitate, Kommentare” die Möglichkeit, Kommentare zu einzelnen Zitaten oder zu konkreten Titeln anzulegen, in denen man eigene Gedanken festhalten kann. Zum anderen kann man auch in der Leiste oben “Gedanken” (mit einer Glühbirne markiert) ergänzen, die völlig losgelöst von einzelnen Titeln sind.

Statt Text kann man auch Bilder oder Sprachdateien einfügen, was sich zum Beispiel für Skizzen oder Schaubilder anbietet. Auch diese lassen sich direkt aus in Citavi eingefügten Dokumenten kopieren.

Wissenselemente organisieren

Die erfassten Wissenselemente kann man sich losgelöst von der Literatur anzeigen lassen, auch jeweils nach Kategorien oder Gruppen geordnet. Die einzelnen Elemente lassen sich in dieser Ansicht verschieben oder weiteren Kategorien (per Rechtsklick oder per Drag&Drop) zuordnen. Besonders praktisch ist, dass man auch mehrere Wissenselemente gleichzeitig zuordnen kann.

Außerdem kann man auch innerhalb der Kategorien die Wissenselemente anordnen und mit Zwischentiteln organisieren. Ich habe zB für jedes EuGH-Urteil eine Unterkategorie angelegt. Innerhalb dieser Unterkategorie habe ich einen Zwischentitel für Zitate der Schlussanträge der*s jeweiligen Generalanwalts*anwältin, einen Zwischentitel für die Zitate aus dem Urteil und dann einen Zwischentitel für Literaturzitate dazu angelegt. Für manche Urteile habe ich die Literatur noch je nach Inhalt unterteilt, zB wenn es verschiedene Vorlagefragen gab oder nach Zustimmung oder Ablehnung der Entscheidung.

Die Wissensorganisation ist nicht nur praktisch, um sich einen Überblick zu verschaffen. Man kann sich das so organisierte Wissen auch in Word anzeigen lassen und so direkt beim Schreiben im Blick haben. Dazu mehr im nächsten Beitrag.


Hier geht es zu allen Citavi-Teilen:
Teil 1 – Überblick
Teil 2 – Literatur erfassen und verwalten
Teil 3 – Wissen und Zitate organisieren
Teil 4 – Zitieren mit Citavi
Teil 5 – Weitere Funktionen
Teil 6 – Meine persönliche Arbeitsweise mit Citavi

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