Hattest Du irgendein Forum für Austausch mit anderen Doktorand*innen? Eine Arbeitsgruppe, ein Doktorandenseminar?


Janett Bachmann: Ich hatte eine Freundin, die bereits in Jura promoviert hatte. Von ihr erhielt ich immer wertvolle Tipps. Ansonsten konnte ich inhaltliche Aspekte immer mit einem Freund diskutieren. Das half sehr.


Felix Berner: Nein.


Scarlett Jansen: Ich war während der Promotionsphase weiterhin am Lehrstuhl beschäftigt und hatte so die Möglichkeit mich mit den anderen Mitarbeitern auszutauschen.


Susanne Gössl: Keine Arbeitsgruppe und leider auch nicht wirklich Austauschpersonen im Kollisionsrecht, wenn man von meinem Betreuer absieht. Aber das war eine großartige Betreuung, daher habe ich hier nicht wirklich ein Defizit bemerkt. Ich war in einem nicht-kollisionsrechtlichen Lehrstuhlteam (Medienrecht), in dem ich immer gezwungen war, zu erklären, was eigentlich IPR ist und warum es nicht nur eine tolle, sondern auch eine extrem wichtige Materie ist. Inzwischen habe ich als Habilitandin sehr viel Austausch mit Fachkollegen und stelle immer wieder fest, dass das auch ein riesiger Vorteil ist, um Feedback zu kriegen oder auch um einfach simple organisatorische Schritte zu besprechen. Im Nachhinein glaube ich, wäre eine Arbeitsgruppe oder ein regelmäßiger Austausch sicher hilfreich gewesen, wobei es immer vom konkreten Kreis abhängt und davon, wie konstruktiv das jeweilige Feedback ist. Sonst kann es auch sehr viel Zeit kosten und wenig ertragreich sein.


Anne Sanders: Nein, nur Austausch mit Kollegen am Lehrstuhl sowie Freunden und dem Partner.


Mareike Schmidt: Eine organisierte Form des Austauschs hatte ich nicht. Aber der Austausch mit den Kolleg:innen am Lehrstuhl war sehr eng und von unschätzbarem Wert für mich.


Rick Sprotte: Ich hatte über mein Stipendium immer wieder die Möglichkeit mich mit anderen Doktorand*innen auszutauschen, sei es während des Doktorand*innenforums oder während anderer Veranstaltungen. Am Lehrstuhl hatten wir jährliche Doktorand*innenkollequien. Die prägendste Erfahrung in diesem Zusammenhang habe ich allerdings während meiner Zeit am Max-Planck-Institut Luxembourg für Internationales, Europäisches und Regulatorisches Verfahrensrecht gemacht, an welchem der Austausch nochmals ganz anders möglich war. Das hat mir unglaublich geholfen.


Sabine Vianden: Gegen Ende meiner Promotionsphase wurde an meiner Universität ein Arbeitskreis gebildet, von dem ich selbst dann nicht mehr viel profitiert habe. Allerdings hatte ich das Glück, am Lehrstuhl zu arbeiten, wo viele Kollegen in der gleichen Situation waren. Wir hatten keine festen Termine, aber so gut wie immer offene Türen, wenn jemand ein bisschen Input brauchte.


Bianca von Dr-jur.net: Mit drei Freunden, die ebenfalls in Jura promovieren, haben wir einen Doktorandentreff veranstaltet. Alle drei bis vier Wochen treffen wir uns, tauschen uns über unsere Fortschritte aus und diskutieren aktuelle Probleme. Außerdem hatte ich am Lehrstuhl Gelegenheit, mein Dissertationsthema vorzustellen. Seit einigen Monaten organisiere ich den Arbeitskreis der Zivilrechtsdoktoranden, bei dem wir uns circa monatlich treffen und jedes Mal ein anderer Doktorand vorträgt.


Hier geht es weiter zur nächsten Frage: Wie hast du Deine Promotionsphase finanziert? Was waren die Vor- oder Nachteile?