Wie lief Deine Promotion ab? Wann hast Du mit Themensuche begonnen, wann hattest Du das Thema gefunden und festgelegt, wann hast Du Deine Schriftfassung final abgegeben, wann war die Disputatio/Rigorosum? Und welche wichtigen Zwischenschritte gab es dazwischen?


Janett Bachmann: Ich glaube, ich habe im Vergleich zum Durchschnitt sehr schnell promoviert bzw. zumindest die Dissertation sehr schnell geschrieben. Mein Thema stand unmittelbar nach der universitären Schwerpunktbereichsprüfung bereits fest. Nachdem ich das OK von meiner Doktormutter hatte, habe ich sofort mit der Recherche und dem Schreiben begonnen. Ich habe während der Promotion an einem Lehrstuhl und später dann in einer großen deutschen Kanzlei gearbeitet. Im Juli 2013 begann mein Referendariat. Eingereicht habe ich die Schriftfassung im September 2014. Meine Verteidigung war dann im März 2015 und bestand aus einem Vortrag zu meiner Dissertation, einer Prüfung im Kollisionsrecht und am Ende – da der Vorsitzende meines Prüfungsausschusses Strafrechtler war – einer strafrechtlichen Prüfung.


Felix Berner: Meine Promotionszeit habe ich als schöne, wenn auch sehr arbeitsintensive Zeit in Erinnerung. Mit der Themensuche habe ich Ende Juli 2015 begonnen und hatte ca. drei-vier Wochen später ein Thema. Neben dem Abschluss des Exposés und der Zusage eines Stipendiums war der wohl wichtigste Zwischenschritt der Abschluss meiner rechtshistorischen Forschungen, weil diese damit einhergingen, (vor allem) einen längeren lateinischen Text selbstständig zu übersetzen – was für mich eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe war. Danach hatte ich das Gefühl, dass das schwierigste überwunden war, was psychologisch ein großer und befreiender Zwischenschritt war. Meine Disputation war Ende Juni 2017, ca. 3 Monate nach Beginn meines Referendariats statt.


Susanne Gössl: 2008 nahm ich an einem Seminar teil, das sich mit digitalen Gütern (die damals noch nicht so genannt wurden) und ihrer zivilrechtlichen Einordnung beschäftigte. Ich vermisste die kollisionsrechtliche Beurteilung, die ja überhaupt erst zum deutschen Recht führen würde. Daher beginnt meine Promotionsphase quasi damals. Denn seitdem wusste ich, in welchem thematischen Feld ich promovieren wollte. Die Fragestellung habe ich dann in der damaligen Zeit weiter konkretisiert und mit meinem späteren Doktorvater abgesprochen. Nach dem Examen bin ich ein Jahr (2009-2010) in die USA für ein LL.M. Studium gegangen und habe dort Vorlesungen in meinen Interessengebieten besucht (im Bereich IPR/Internetrecht/IP-Recht), die dann auch dazu geführt haben, dass ich mein Thema weiter konkretisiert habe. Im September 2010 habe ich effektiv mit der Arbeit angefangen, sie Ende November 2011 das erste Mal inoffiziell eingereicht, da ich am 1.12. in Hamburg mein Referendariat begonnen habe. Im Frühjahr 2012 habe ich die Arbeit mit Anmerkungen von meinem Doktorvater zurückerhalten und dann im Sommer 2012 offiziell eingereicht. Im Mai 2013 hatte ich dann Disputation. Damals war ich schon in der „heißen Phase“ der Examensvorbereitung, deswegen habe ich die Veröffentlichung erst mal vernachlässigt. Nach dem Examen schloss sich direkt meine Bewerbung in Bonn an, sodass sich die Veröffentlichung dann noch weiter verschob. Ende 2014 ist das Buch dann erschienen.


Scarlett Jansen: Das Thema hat mir mein Doktorvater vorgeschlagen, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass mich das Medizinstrafrecht sehr interessiert. Das war zu Beginn meines letzten Semesters des Studiums. Ich habe daraufhin ein Exposé verfasst und mit ihm abgesprochen und ein Stipendium bei der Graduiertenförderung beantragt. Zum Glück wurde dieses genehmigt, so dass ich mit Abschluss des Studiums sofort entsprechend finanziert wurde. Meine Schriftfassung habe ich final ca. 20 Monate nach diesem Zeitpunkt abgegeben. Unterbrochen habe mich meine Dissertationsphase nur kurze Zeit vor und nach der Geburt meiner Tochter (im 16. Monat der Dissertation) und dann stundenweise immer mehr wieder daran gearbeitet. Die freie Zeiteinteilung während der Dissertationsphase hat mir das sehr leicht gemacht. Die Disputatio fand vier Monate nach der finalen Abgabe statt.


Anne Sanders: Das Thema wurde festgelegt im Januar bzw. Februar 2003. Arbeit an der Promotion bis Juli 2005, dann Abgabe bevor ich zum Masterstudium nach Oxford ging. Nach Erhalt umfangreicher Anmerkungen meiner Doktormutter nach Abschluss des Masters (währenddessen war ich beschäftigt genug) noch einmal Überarbeitung von September bis Dezember 2006. Disputation im Mai 2007.


Mareike Schmidt: Ich habe Ende 2008 angefangen, als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl meiner Doktormutter zu arbeiten. Zeitgleich begann auch die Themensuche, wenngleich sie im ersten Jahr am Lehrstuhl nicht im Vordergrund stand. Meine Doktormutter hatte auch einige Themenideen, mit denen ich mich aber nicht so recht anfreunden wollte. Festgelegt auf ein Thema habe ich mich dann – glaube ich – ungefähr Ende 2009/Anfang 2010, als ich mit meiner Doktormutter an einem Gutachten arbeiten durfte, dass thematisch mit meinem späteren Thema zusammenhing. Dann habe ich erst einmal viel gelesen und gesammelt; geschrieben habe ich in erster Linie in meinem letzten Jahr. Mit meiner Doktormutter hatte ich einen Termin zur Vorabgabe vereinbart, der etwa im Juni oder Juli 2012 gelegen haben dürfte: ich habe Donnerstag abgegeben und Anfang der nächsten Woche hatte ich dann gleich ihr Feedback. Das hat sie für alle Dissertationen so geplant und sich auch immer daran gehalten – einfach großartig!

Final abgegeben habe ich die Arbeit, wenn ich mich recht erinnere, im August 2012. Danach ging alles ganz schnell, im September war schon die Verteidigung. Dazu muss man sagen, dass es in Basel an der Fakultät vier feste Abgabetermine im Jahr gab (und wahrscheinlich noch gibt). Dadurch werden einigermaßen verbindliche Fristen generiert, denn wenn man den Termin verpasst, muss man dann gleich wieder drei Monate warten. Außerdem ist der Ablauf nach der Abgabe durch sehr kurze Fristen für Gutachten und Verteidigung geprägt, was für die Promovierenden wirklich äußerst positiv ist. Und ich denke, den Professor:innen ist mit diesem Verfahren insofern gedient, als sie wissen, wann die Arbeiten eingereicht werden, und das dann entsprechend einplanen können.


Rick Sprotte: Inklusive der Abfassung eines detaillierten Exposés hat die Suche nach meinem eigenen Thema ca. 9 Monate in Anspruch genommen. Die Fertigstellung des Exposés war ein wichtiger Meilenstein zu Beginn des Prozesses. Da ich zwischenzeitlich nochmals für ein halbes Jahr für ein Clerkship im Ausland gelebt habe, begann die Abfassung der Niederschrift erst im Laufe des Jahres 2017. Die Zeit bis dahin verbrachte ich mit Recherchen zur Thematik.

Ein weiterer wesentlicher Meilenstein war ein Forschungsaufenthalt in Luxemburg von März bis August 2018. In dieser Phase entstand die grobe Schriftfassung, die ich erstmals Dezember 2018 meiner Betreuerin vorlegte. Nach Ihrem Feedback, habe ich im Juli 2019 meine Arbeit eingereicht und im November 2019 verteidigt.


Sabine Vianden: Mein Doktorvater hat jedem Doktoranden drei Themen vorgeschlagen, aus denen, wenn man möchte, auswählen konnte. Mein Thema hatte er ursprünglich einer Kollegin vorgeschlagen, die dann ein anderes Thema gewählt hatte (mehr dazu später).

Richtig mit dem Schreiben angefangen habe ich Ende 2016Final eingereicht habe ich meine Dissertation dann Ende Februar 2019, die Disputatio war im Juni 2019. Die Fragestellung meines Themas gab mehr oder weniger vor, zunächst einige Vorfragen zu klären, insbesondere, was gleiche und gleichwertige Arbeit ist. Dazu habe ich sehr viel Literatur ausgewertet und auch rechtsvergleichend gearbeitet.


Bianca von Dr-Jur.net: Ich habe schon während des letzten Studiensemesters (Sommersemester 2016) mein Thema gesucht. Es stand daher seit Beginn meiner Promotion im Wesentlichen fest. Noch (Frühjahr 2019) habe ich keine Schriftfassung abgegeben. Wichtige Schritte waren für mich das Fertigstellen eines Exposés, was mich inklusive Literatursichtung etwa ein halbes Jahr gekostet hat. In dieser Zeit habe ich die Fragestellung, mit der ich gestartet habe, konkretisiert und mir überlegt, wie ich eine Antwort dazu finden möchte. Nach dem Exposé habe ich dann angefangen, an den ersten Kapiteln zu arbeiten. Etwa 10 Monate später habe ich die ersten paar Kapitel meinem Doktorvater abgegeben, der mir dazu riet, erst einmal die Recherche zu beenden und dann zu schreiben, wenn mir alles klar geworden ist. Daran habe ich mich so halb gehalten: im Grunde habe ich mir seither zu jedem Rechercheblock einen eigenen Kommentar geschrieben, auf dessen Grundlage ich jetzt (ein weiteres Jahr später) meine eigentliche Dissertation schreibe. Ich hoffe, in einem guten halben Jahr (Ende 2019) abgeben zu können.


Hier geht es weiter zur nächsten Frage: Wie hast Du deinen Doktorvater/Deine Doktormutter gefunden?