Wie hast Du Deine*n Betreuer*in gefunden?

Janett Bachmann: Es stand für mich immer fest, dass – wenn ich dann promoviere – es definitiv im Zivilrecht sein würde. Da meine Alma Mater eher zu den kleineren Universitäten zählt, war meine Doktormutter schnell gefunden. Eine externe Promotion kam für mich nicht in Frage. Wenn man seine Doktormutter/seinen Doktorvater bereits aus der Vorlesung oder einem Seminar kennt, ist es mitunter einfacher in der Kommunikation und vielleicht auch in der Betreuung.


Felix Berner: Ich war bereits zuvor studentische Hilfskraft am Lehrstuhl meines Doktorvaters.


Susanne Gössl: Ich war in der glücklichen Position, gleich zwei potenzielle Betreuer zur Wahl zu haben, nämlich meinen langjährigen Chef am Institut für Medienrecht, an dem ich studentische Hilfskraft war, und den Betreuer meiner Schwerpunktarbeit, Herrn Professor Mansel. Am Ende habe ich mich für letzteren entschieden, weil für mich seit meiner ersten Vorlesung im IPR klar war, dass in diesem Gebiet mein Herz liegt (fachlich) und ich eine kollisionsrechtliche Arbeit schreiben wollte.


Scarlett Jansen: Ich habe mich bei meinen späteren Doktorvater Prof. Böse bereits im zweiten Semester als studentische Hilfskraft beworben und war seither bei ihm tätig. Dadurch kam ich schon früh in Kontakt mit Doktoranden und habe letztlich aus deshalb überhaupt schon früh über eine Dissertation nachgedacht. Da mich das Strafrecht immer noch am meisten interessierte und ich die sehr guten Bedingungen am Lehrstuhl von  Prof. Böse kannte , lag es für mich auf der Hand, dass ich – wenn ich dafür geeignet wäre und er mich betreuen möchte – bei ihm promovieren wollte.


Anne Sanders: Auf einer Sommerakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes. Ich war im dritten Semester und fand in ihr mein großes Vorbild. Nachdem ich sie kennengelernt hatte, war mir klar, dass ich bei ihr promovieren und in die Wissenschaft gehen wollte.


Mareike Schmidt: Letztlich habe ich meine Doktormutter über den Willem C. Vis Moot gefunden. Jeder Person, die daran teilgenommen hat, ist Frau Prof. Schwenzer ein Begriff. Als ich dann im Jahr 2008 in Peking meinen LL.M. machte und das Team meiner dortigen Universität für den Vis Moot coachte, habe ich an einer Tagung des CISG Advisory Council in Wuhan teilgenommen, auf der ich meine spätere Doktormutter persönlich kennenlernte. Von da bis zum Antritt meiner Stelle bei ihr in Basel brauchte es dann noch ein bisschen Zufall, etwas Mut von meiner und ein beherztes Vorgehen von ihrer Seite

[Konkret habe ich] ihr “einfach” eine Mail geschrieben. Dabei ging es mir gar nicht darum, mich bei ihr zu bewerben. Vielmehr stand nach meinem China-Aufenthalt eine Tour zu mehreren potenziellen Promotionsstellen bzw. Vorstellungsgesprächen in Deutschland an. Deren letzte Station war in Freiburg und ich hatte daher einen Rückflug von Basel aus gebucht. Da ich fand, ich könnte guten Rat gebrauchen, und ja sozusagen bei ihr vorbei kam, habe ich ihr also die Situation geschildert und gefragt, ob ich für ein Gespräch vorbeikommen könnte. Ich glaube, ich habe noch hinzugefügt, dass sie ja wohl ohnehin keine weiteren Mitarbeiter:innen bräuchte, da sie zu der Zeit mindestens 10 Wiss Mits hatte… 


Sabine Vianden: Ich habe vorher als studentische Hilfskraft an dem Lehrstuhl meines Doktorvaters gearbeitet.


Rick Sprotte: Meine Doktormutter habe ich eher indirekt gefunden, über den Weg der Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Ich hatte den zivilrechtlichen Teil meines Schwerpunktes komplett bei ihr absolviert. Daher kannten wir uns bereits. Pünktlich zum Ende meines Studiums, hatte sie dann eine freie Stelle als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in an ihrem Lehrstuhl für ein umfassendes Buchprojekte zu besetzen. Diese Stelle war mit der Möglichkeit der Promotion verknüpft, das sagte sie mir auch direkt im Vorstellungsgespräch.


Bianca von Dr-Jur.net: Ich kannte meinen Doktorvater schon aus verschiedenen Vorlesungen und hatte mit ihm im Zusammenhang mit Moot Courts zusammengearbeitet. Als ich promovieren wollte, habe ich ihn daher einfach um einen Termin gebeten.


Hier geht es weiter zur nächsten Frage: Wie bist Du auf Dein Thema gekommen? Wie sah die Ausgangsfassung Deines Themas aus und wie entwickelte es sich im Laufe der Promotion?